
1953 hatte sich Edward Kienholz in Los Angeles niedergelassen, wo ab 1954 erste Holzreliefs sowie kleinere Materialassemblagen entstanden. Zwei Jahre später organisierte er Ausstellungen in Los Angeles und eröffnete 1957 gemeinsam mit Walter Hopps die Ferus Gallery. Bald darauf entwickelten sich seine Arbeiten zu dreidimensionalen Tableaux – raumgreifenden Environments und Installationen. Als Material dienten ihm hauptsächlich Alltagsgegenstände und Fundstücke, nach denen er gezielt Trödelmärkte durchstöberte, sowie Abfälle der westlichen Konsumkultur von Schrotthalden und Mülldeponien – Fernseher, Autoteile, Lampen, Lautsprecher, Möbel, Goldfischgläser, Schuhe, Schilder, Flaggen, Werbeartikel, Zigaretten, Spielzeugsoldaten, Dollarnoten – oft ergänzt mit Gipsabgüssen von Angehörigen und Freunden.
Diese Vorgehensweise war radikal und sucht Vergleichbares in der Kunstgeschichte. Seine Bildsprache ist nicht elitär, seine Mitteilungen sollen alle verstehen. Ungewohnt und ungewöhnlich tritt das Werk dem Betrachter entgegen, das in seinen Realismen dem Alltag so nahe ist und dennoch weit über ihn hinausweist. Zu viel war es für das biedere Amerika der 1960er-Jahre, das die Werke als obszön empfand und dennoch, sich genüsslich am Skandal weidend, zu Tausenden seine erste grosse Ausstellung besuchte.
1962 lernten sich Ed Kienholz und Jean Tinguely in Los Angeles kennen, wo Tinguely eine Ausstellung in der Everett Ellin Gallery hatte, und wo seine Partnerin Niki de Saint Phalle am 4. März 1962 ein Schiessbild anfertigte. Tinguely und Kienholz assistierten ihr dabei, der Grundstein für eine Freundschaft war gelegt. In den folgenden Jahren begegneten sich die zwei Künstler immer wieder. Ein Höhepunkt war sicher ein Jagdausflug im Herbst 1965, der den Anstoss zum gemeinsamen Concept Tableau The American Trip von 1966 gab.